Das Projekt Labor Cirque

„Labor Cirque“ ist ein Forschungs- und Begegnungslabor, das verschiedene Kunstformen miteinander und mit neuen Formen der Zirkusartistik verbinden will. Es wird 2014 zum 2. Mal vom Zirkus- und Artistikzentrum in Köln ausgerichtet. Ziel der Recherchen ist, Musik, Sprache, tänzerische, artistische oder akrobatische Bewegung als gleichwertige Ausdrucksmittel zu begreifen, die je nach inhaltlicher Anforderung wahlweise eingesetzt werden können.
Hierfür kamen ab Mitte Mai je elf ausgesuchte Tänzer, Musiker, Artisten und Schauspieler in zwei unterschiedlichen Research Projekten im ZAK zusammen. Fachlich unterstützt von qualifizierten Impuls-Künstlern hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, zwei Wochen lang praktisch zu forschen, Neues auszuprobieren, zu diskutieren und zu reflektieren.

Um zielgerichteter und gründlicher forschen zu können war das zweite Labor Cirque in zwei unterschiedliche Research-Gruppen unterteilt. Die erste Gruppe erörterte die Berührungspunkte von Musik und Bewegung. Elf Teilnehmer/Innen aus den artistischen Genres Chinesischer Mast, Akrobatik und Roue Cyr, Musik und zeitgenössischem Tanz erforschten die gemeinsamen Schnittstellen ihrer Darstellungsformen. Sowohl die Bandbreite der Musik – von Kontrabass über Vibraphon zu Klavier, Gitarre und Klarinette – als auch die weite Aufstellung der Bewegungsformen aus Artistik, Akrobatik und Tanz bot eine optimale Grundlage für das Experimentieren in allen Bereichen.
Das zum Teil parallel stattfindende zweite Labor befasste sich mit den Schnittmengen von Theater und Bewegung. Die ebenfalls elf Schauspielerinnen, Vertikalseil-Artisten, Physical Theater-Performer, Tänzerinnen und Pantomime-Künstler hatten die Gelegenheit, die Schnittstellen ihrer Darstellungsweisen und Ausdrucksarten zu erforschen und nach gemeinsamen Inszenierungsstrategien zu suchen.
In diesem Jahr wurden die Teilnehmer/Innen von der Kölner Jazz-Pianistin Laia Genc, dem Professor für Sprecherziehung an der Folkwang-Universität Thomas Buts sowie dem Jongleur Ben Smalls und der Choreographin Ilnoa Pászthy begleitet und unterstützt.

Eine weitere Aufgabe des Labor Cirque ist es, den Neuen Zirkus in Deutschland bekannter zu machen. Deshalb werden die Arbeitsergebnisse der Research-Gruppen in einer gemeinsamen Inszenierung aufgeführt. Die Regie dieses Stückes wird der Artist, Tänzer und Choreograf Tobias Wegner führen. Tobias Wegner hat sich mit seiner Anti-Schwerkraft-Performance „LEO“ international in die Herzen der Zuschauer gespielt. Ob am Broadway in New York, dem Fringe Festival in Edinburgh oder im Urbanatix-Programm, seine zeitgenössischen Produktionen sind hochgelobt und mit mehreren Preisen ausgezeichnet.