Labor Cirque Research 2013

Das Labor Cirque Forschungsprojekt 2013 befasste sich ganz allgemein mit der Frage, wie sich die unterschiedlichen Genres, die im Neuen Zirkus zusammenfinden, gegenseitig bereichern können. Was passiert genau, wenn die Artistik eine Verbindung mit Theater, Tanz und Musik eingeht? Wo ist eine Kombination von Sprache und Artistik tatsächlich sinnvoll und wo nicht? Wie verändert sich ein Gedanke, wenn wir ihn mit Ausdrucksmitteln aus dem Sprechtheater, dem Tanz, der Musik oder der Zirkusartistik veranschaulichen? Welche Rolle spielen Raum, Objekt und Performer in den unterschiedlichen Genres? Wie komme ich von der reinen Zirkustechnik zum Ausdruck? Vom Handstand oder der 3-Ball-Kaskade zur Emotion?
Zusammen mit 13 professionellen Artisten, Schauspielern, Musikern und Tänzern wurde eine Plattform zum Experimentieren entwickelt, und zwar ohne kommerziellen Erfolgsdruck. In drei Recherchephasen konnten die Teilnehmer praktisch miteinander arbeiten, trainieren, sich ausprobieren, Fragen stellen. Begleitet wurden sie von qualifizierten Künstlern aus den verschiedenen Genres.

Die praktischen Labore bestanden aus dem „Labor Tanz“, (12.-16. Mai 2013, begleitet von Tim Plegge), dem „Labor Artistik/ Objektmanipulation“ (17.-20. Mai 2013, begleitet von Guillaume Martinet), dem „Labor Musik“ (2.-6. Juni 2013, begleitet von Simon Bauer), dem „Labor Sprache/ Stimme“ (7.-10. Juni 2013, begleitet von Thomas Buts) und der Laborsynthese (19.-21. Juni 2013, begleitet von Klaus Borkens). In den Laboren herrschte kein Produktionsdruck, der Schwerpunkt lag auf der Forschung und nicht auf dem Produzieren eines fertigen Stückes. Die Ergebnisse wurden schriftlich und filmisch dokumentiert. Abgerundet wurde der Research-Teil von einem Symposium, auf dem die Arbeitsergebnisse gezeigt und diskutiert werden sollen. Dazu wurde ein internationales Fachpublikum bestehend aus interessierten Künstlern, Artisten und Zirkusforschern eingeladen.

Das Labor Cirque Projekt war für alle Teilnehmer eine einschneidende Erfahrung und eine große Bereicherung. Dabei wurden auf verschiedenen Ebenen Erkenntnisse gesammelt: von jedem Künstler persönlich hinsichtlich des eigenen Kreationsprozesses, gemeinsam hinsichtlich der Möglichkeiten, Genres miteinander zu kombinieren und generell was die Kunstform Neuer Zirkus angeht. Über das begeisterte Ausprobieren und vielseitige Erkunden sind neue Fragen entstanden, an denen später in der Tiefe weiter geforscht werden soll.