MAKING OF – LABOR CIRQUE RESEARCH beim CIRQ’OULEUR Festival in den Flottmannhallen Herne

Zum Zirkus hin – vom Zirkus weg – zum Zirkus hin. An den Grenzen von Tanz, Theater, Musik und Zirkusartistik wandert das Labor Cirque Research nun seit 2 Jahren.

Die zahlreichen mitwirkenden KünstlerInnen ließen Schweiß, Tränen und Herzblut einfließen  und nahmen Methoden, Ideen und Träume mit in die Produktion neuer Kreationen. „Dem Zirkus einen Weg in die Zukunft weisen“, „spannend“, „ideenreich“ „mit Spielwitz und absurder Komik“  so schrieb die WAZ nach der ausverkauften Vorstellung in den Flottmann-Hallen der Labor Cirque Produktion: „Ganz Kaputt“.

Nun ist das Labor Cirque zurück in den Flottmann-Hallen und gewährt Einblicke in seine Arbeitsweise. Im ‚Making of…Labor Cirque Research’ treten beispielhaft für das kunstformübergreifende Wirken des Zirkluslaboratoriums Musik und Tanz/Artistik in den Dialog miteinander. Die Jazz-Pianistin Laja Genc und die Tänzerin/Choreographin Ilona Pàszthy konfrontieren 3 Musiker und 3 Bewegungskünstler/Artisten, sowie das Publikum mit essenziellen Aufgaben beider Kunstsparten. Bewegung musiziert und Musik bewegt sich. Die Kunstformen stehen in tiefen Blickkontakt auf Augenhöhe zueinander, bewegen, entfernen, trennen sich; werden eins. Hierbei dürfen und sollen gerne Vorschläge und spontanes Mitwirken des Publikums in die Darbietung mit einfließen. Zuschauer werden Performer, Musiker werden Bewegungskünstler: alles kehrt sich um – ein performatives Neu Machen in einer Darbietung für Künstler und Kunstinteressierte aller Sparten.

Übrigens: Einige Künstler, die im Abendprogramm im Rahmen der Werkschau auftreten, sind ebenfalls Teil der Labor Cirque Research. Somit erhält das Publikum an diesem Festivaltag die seltene Chance, Arbeitsprozess und Ergebnis von Künstlern des zeitgenössischen Zirkus’ mitzuerleben.

Und noch ein Grund sich diese Veranstaltung nicht entgehen zu lassen: Der Eintritt ist frei.

Samstag, 14.03.2015 | 15:00 Uhr | CIRQ’OULEUR 2015

Dauer: ca. 2 Stunden + Pause und Publikumsgespräch

Reservierungen per Mail flottmann-hallen@herne.de oder Telefon (02323 / 162953) erwünscht!

Labor Cirque zeigt „Ganz Kaputt“

Unter dem Label „Labor Cirque“ forschen Künstler diverser Kunstformen seit zwei Jahren zum Thema spartenübergreifendes Inszenieren. Entstanden ist ein Bühnenstück über das Phänomen der Trennung. Paradox? Ganz und gar. Nicht.

Trailer ansehen!

Nächste Vorstellungen:

Herne: 17. Oktober 2014 (20 Uhr)
Flottmannhallen Herne
Straße des Bohrhammers 5 – 44625 Herne
Vorverkauf: 10 € (zzgl. Gebühren), Abendkasse: 13 €/ 7 €
www.flottmann-hallen.de

Krefeld: 8. November 2014 (20 Uhr)
Fabrik Heeder
Virchowstr. 130 – 47805 Krefeld
im Rahmen von „MOVE!“, 13. Krefelder Tage für modernen Tanz
Karten: kultur@krefeld.de
www.krefeld.de/heeder

Bisherige Auftritte:

Köln: 20./21. September 2014 (Premiere!)
ZAK Zirkus- und Artistikzentrum Köln
www.zak-koeln.com

Essen: 8./9. Oktober 2014
Maschinenhaus Essen (in der Zeche Carl)
www.maschinenhaus-essen.de

Das Projekt Labor Cirque

„Labor Cirque“ ist ein Forschungs- und Begegnungslabor, das verschiedene Kunstformen miteinander und mit neuen Formen der Zirkusartistik verbinden will. Es wird 2014 zum 2. Mal vom Zirkus- und Artistikzentrum in Köln ausgerichtet. Ziel der Recherchen ist, Musik, Sprache, tänzerische, artistische oder akrobatische Bewegung als gleichwertige Ausdrucksmittel zu begreifen, die je nach inhaltlicher Anforderung wahlweise eingesetzt werden können.
Hierfür kamen ab Mitte Mai je elf ausgesuchte Tänzer, Musiker, Artisten und Schauspieler in zwei unterschiedlichen Research Projekten im ZAK zusammen. Fachlich unterstützt von qualifizierten Impuls-Künstlern hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, zwei Wochen lang praktisch zu forschen, Neues auszuprobieren, zu diskutieren und zu reflektieren.

Um zielgerichteter und gründlicher forschen zu können war das zweite Labor Cirque in zwei unterschiedliche Research-Gruppen unterteilt. Die erste Gruppe erörterte die Berührungspunkte von Musik und Bewegung. Elf Teilnehmer/Innen aus den artistischen Genres Chinesischer Mast, Akrobatik und Roue Cyr, Musik und zeitgenössischem Tanz erforschten die gemeinsamen Schnittstellen ihrer Darstellungsformen. Sowohl die Bandbreite der Musik – von Kontrabass über Vibraphon zu Klavier, Gitarre und Klarinette – als auch die weite Aufstellung der Bewegungsformen aus Artistik, Akrobatik und Tanz bot eine optimale Grundlage für das Experimentieren in allen Bereichen.
Das zum Teil parallel stattfindende zweite Labor befasste sich mit den Schnittmengen von Theater und Bewegung. Die ebenfalls elf Schauspielerinnen, Vertikalseil-Artisten, Physical Theater-Performer, Tänzerinnen und Pantomime-Künstler hatten die Gelegenheit, die Schnittstellen ihrer Darstellungsweisen und Ausdrucksarten zu erforschen und nach gemeinsamen Inszenierungsstrategien zu suchen.
In diesem Jahr wurden die Teilnehmer/Innen von der Kölner Jazz-Pianistin Laia Genc, dem Professor für Sprecherziehung an der Folkwang-Universität Thomas Buts sowie dem Jongleur Ben Smalls und der Choreographin Ilnoa Pászthy begleitet und unterstützt.

Eine weitere Aufgabe des Labor Cirque ist es, den Neuen Zirkus in Deutschland bekannter zu machen. Deshalb werden die Arbeitsergebnisse der Research-Gruppen in einer gemeinsamen Inszenierung aufgeführt. Die Regie dieses Stückes wird der Artist, Tänzer und Choreograf Tobias Wegner führen. Tobias Wegner hat sich mit seiner Anti-Schwerkraft-Performance „LEO“ international in die Herzen der Zuschauer gespielt. Ob am Broadway in New York, dem Fringe Festival in Edinburgh oder im Urbanatix-Programm, seine zeitgenössischen Produktionen sind hochgelobt und mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Neuer Zirkus – eine neue Kunstform etabliert sich in Köln

Seit einigen Jahren etabliert sich die neue Kunstsparte „Cirque Nouveau“
(Neuer Zirkus) in Köln im ZAK Zirkus und Artistikzentrum. Der Neue Zirkus versteht sich als spartenübergreifende Bühnenform, bei der Zirkusartistik in Verbindung mit anderen Kunstformen wie Theater, Tanz und Musik gebracht wird. Obwohl diese neue Bühnenform in den frankophonen Ländern, in Skandinavien und England bereits als zeitgenössische Kunstform etabliert und als Kulturgut fest verankert ist, beklagt sie in Deutschland noch eine geringe Bekanntheit. In Zusammenarbeit mit dem Kölner Verein Atemzug und mit der Initiative Neuer Zirkus plant das ZAK langfristig, den Neuen Zirkus als künstlerischen Schwerpunkt auszubauen und einen Wirkungsort zu geben.
Den Auftakt dazu bildet das Research-Projekt „Labor Cirque“.

Labor Cirque Information English

Motivation

Ziel des „Labor Cirque“ Projekts ist einerseits, einen Grundstein für Impulse und Austausche zwischen der Zirkusartistik und den Kunstformen Theater, Tanz und Musik zu legen. Andererseits soll eine theoretische und praktische Auseinandersetzung mit der Kunstform Neuer Zirkus angeregt werden. Eine zentrale Frage dabei ist der sinnstiftende Einsatz von Zirkustechniken: Wie können „Tricks“ und Techniken der einzelnen Zirkusdisziplinen als Ausdrucksmittel eingesetzt werden, die Inhalte vermitteln?
Langfristig wird angestrebt, einen theoretischen Unterbau für das Genre des Neuen Zirkus zu entwickeln. Daher wird das „Labor Cirque“ theoretisch begleitet und filmisch dokumentiert werden. Die Ergebnisse werden veröffentlicht und sollen so gerade die deutschen Artisten zum konzeptionellen Arbeiten anregen. Denn in Deutschland ist ein derartiges Forschungsprojekt zum Neuen Zirkus einmalig.

Labor Cirque Gastspielreihe 2013

Das Labor Cirque präsentierte im Herbst 2013 fünf verschiedene Neue Zirkus Stücke an fünf verschiedenen Spielorten. Zu sehen gab es außergewöhnliche Performances aus Artistik, Tanz und Physical Theatre.

11. Oktober 2013LichtesDunkel
Matte & Carmen: LichtesDunkel
Ein Bewegungsstück zeitgenössischer Artistik, Jonglage und Luftakrobatik
www.matteundcarmen.de
Außerdem: Film-Premiere der Labor-Cirque-Dokumentation „Es war einmal der Zirkus“

ZAK Zirkus- und Artistikzentrum Köln, 20 Uhr
An der Schanz 6 – 50735 Köln
Eintritt: 13 € | Ermäßigt: 9 € | Köln-Pass: 3 €
Kartenvorbestellung: 0221 702 16 78

 

19. Oktober 2013krefeld-v03.indd
Stefan Sing & Cristiana Casadio: Tangram

Jonglage – Tanz – Physical Theatre
www.stefansing.com

Fabrik Heeder Krefeld, 20 Uhr
Virchowstr. 130 – 47805 Krefeld
Eintritt: 13 € | Ermäßigt: 7,50 €
Kartenvorbestellung: 02151-583611
Im Rahmen von „MOVE!“, Krefelder Tage für modernen Tanz

 

26./27. Oktober 2013remscheid-v03.indd
Gesellschaft für zeitgenießenden Tanz:
Morgens bin ich so solide, aber abends werd ich schwach
Skurriles Musik-, Tanz- und Zirkustheater
www.gfzgt.ch

Westdeutsches Tourneetheater Remscheid, 20 Uhr/ 18 Uhr
Bismarckstr. 138 – 42859 Remscheid
Eintritt: 13 € | Ermäßigt: 9 €
Kartenvorbestellung: 02191 – 322 85

 

14. November 2013entenhausen-v03.indd
Matthias Romir: Das Leben ist… (Kurzgeschichten)
Jonglage, Objekttheater und Clownerie
www.ballmaschine.de

Kulturbunker Köln Mülheim, 20 Uhr
Berliner Str. 20, 51063 Köln
Eintritt: 13 € | Ermäßigt: 9 € | Köln-Pass: 3 €
Kartenvorbestellung: 0221 – 61 69 26

 

30. November 2013leverkusen-v03.indd
Atemzug: FEEDBACK SCHLEIFEN
Tanz der Gefühle und Hula Hoop am Rande des Wahnsinns
www.atemzug-ev.de

Kulturausbesserungswerk Leverkusen, 20 Uhr
Kolberger Straße 95a – 51381 Leverkusen
Eintritt: 13 € | Ermäßigt: 9 €
Kartenvorbestellung unter www.atemzug-ev.de

Labor Cirque Research 2013

Das Labor Cirque Forschungsprojekt 2013 befasste sich ganz allgemein mit der Frage, wie sich die unterschiedlichen Genres, die im Neuen Zirkus zusammenfinden, gegenseitig bereichern können. Was passiert genau, wenn die Artistik eine Verbindung mit Theater, Tanz und Musik eingeht? Wo ist eine Kombination von Sprache und Artistik tatsächlich sinnvoll und wo nicht? Wie verändert sich ein Gedanke, wenn wir ihn mit Ausdrucksmitteln aus dem Sprechtheater, dem Tanz, der Musik oder der Zirkusartistik veranschaulichen? Welche Rolle spielen Raum, Objekt und Performer in den unterschiedlichen Genres? Wie komme ich von der reinen Zirkustechnik zum Ausdruck? Vom Handstand oder der 3-Ball-Kaskade zur Emotion?
Zusammen mit 13 professionellen Artisten, Schauspielern, Musikern und Tänzern wurde eine Plattform zum Experimentieren entwickelt, und zwar ohne kommerziellen Erfolgsdruck. In drei Recherchephasen konnten die Teilnehmer praktisch miteinander arbeiten, trainieren, sich ausprobieren, Fragen stellen. Begleitet wurden sie von qualifizierten Künstlern aus den verschiedenen Genres.

Die praktischen Labore bestanden aus dem „Labor Tanz“, (12.-16. Mai 2013, begleitet von Tim Plegge), dem „Labor Artistik/ Objektmanipulation“ (17.-20. Mai 2013, begleitet von Guillaume Martinet), dem „Labor Musik“ (2.-6. Juni 2013, begleitet von Simon Bauer), dem „Labor Sprache/ Stimme“ (7.-10. Juni 2013, begleitet von Thomas Buts) und der Laborsynthese (19.-21. Juni 2013, begleitet von Klaus Borkens). In den Laboren herrschte kein Produktionsdruck, der Schwerpunkt lag auf der Forschung und nicht auf dem Produzieren eines fertigen Stückes. Die Ergebnisse wurden schriftlich und filmisch dokumentiert. Abgerundet wurde der Research-Teil von einem Symposium, auf dem die Arbeitsergebnisse gezeigt und diskutiert werden sollen. Dazu wurde ein internationales Fachpublikum bestehend aus interessierten Künstlern, Artisten und Zirkusforschern eingeladen.

Das Labor Cirque Projekt war für alle Teilnehmer eine einschneidende Erfahrung und eine große Bereicherung. Dabei wurden auf verschiedenen Ebenen Erkenntnisse gesammelt: von jedem Künstler persönlich hinsichtlich des eigenen Kreationsprozesses, gemeinsam hinsichtlich der Möglichkeiten, Genres miteinander zu kombinieren und generell was die Kunstform Neuer Zirkus angeht. Über das begeisterte Ausprobieren und vielseitige Erkunden sind neue Fragen entstanden, an denen später in der Tiefe weiter geforscht werden soll.

Labor Cirque Symposium 2013

Den Abschluss der drei wöchigen praktischen Recherche bildete ein öffentliches Symposium, das am 22. Juni 2013 im ZAK Zirkus- und Artistikzentrum Köln stattfand. In diesem Rahmen wurden die Ergebnisse als Arbeitsergebnisse – nicht als fertige Inszenierung – vorgestellt und mit einem geladenen Fachpublikum diskutiert.
Anschließend gab es eine Podiumsdiskussion zu dem Thema: „Genreübergreifendes Inszenieren – um jeden Preis? Eine Gegenüberstellung verschiedener künstlerischer Positionen zur Frage der szenischen Umsetzung im zeitgenössischen Zirkus.“ In Anlehnung an die Recherche im „Labor Cirque“ ging es dabei im Wesentlichen um die Frage gehen, wie im zeitgenössischen Zirkus kreiert, inszeniert, choreografiert wird und werden kann. Dazu waren internationale VertreterInnen aus den Bereichen Artistik, Tanz, Theater, Musik sowie LeiterInnen von Zirkusschulen und Zirkusforscher eingeladen.

Gäste: Stephanie Thiersch (Köln), Dietmar Kobboldt (Köln), Bauke Lievens (Gent, BE), Ben Smalls (Berlin), Nancy Fürst (Verscio, CH)
Moderation: Claudius Bensch